Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs steht fest


(Pressemitteilung der Stiftung für das sorbische Volk vom 05.06.2023, leicht verändert)

Zur Teilnahme am Realisierungswettbewerb „Sorbisches Wissensforum am Lauenareal“ haben sich 108 Architekten hauptsächlich aus Deutschland, aber auch aus dem europäischen Ausland beworben. In einem Auswahlverfahren wurden 20 Teilnehmer ermittelt, von denen 18 Wettbewerbsarbeiten eingereicht haben.

Aufgabe war es, für das Lauenareal die passende Antwort für einen Ort zu finden, an dem das Sorbische Institut und das Sorbische Museum Bautzen gemeinsam in offener Atmosphäre allen Interessierten die sorbische Kultur nahebringen. Gleichsam sollten mit der Planung vorhandene räumliche Engpässe beigelegt und für beide Institutionen zeitgemäße Arbeitsbedingungen und Ausstellungsräume geschaffen werden. 

Modell des noch unbebauten Lauenareals
Foto: Stiftung für das sorbische Volk

ein Modell des Lauenareals, aus welchem die zu bebauende Fläche herausgenommen und mit einem Modell des Entwurfs ausgetauscht werden kann

Eine besondere Schwierigkeit stellte dar, dass das Zusammenwirken auf zwei nicht miteinander verbundenen Grundstücken auf dem Lauenareal umgesetzt werden sollte. Dort bestehende denkmalgeschützte Gebäude waren in die Planung einzubeziehen.

Tagung des Preisgerichts

mehrere Personen stehen vor großen Leinwänden, auf denen die Entwürfe der Architekten angebracht sind


In einer langen Sitzung beschäftigt sich das Preisgericht intensiv mit den eingereichten Entwürfen.
Foto: Stiftung für das sorbische Volk

Am 01. Juni 2023 tagte das Preisgericht im Haus der Sorben in Bautzen unter der Leitung von Prof. Axel Oestreich, einem erfahrenen Architekten aus Berlin. Zu den sieben Mitgliedern des Preisgerichts gehörten neben vier Architekten auch Vertreter der Stiftung für das sorbische Volk, des Sorbischen Instituts und des Sorbischen Museums. Eingereicht wurden neben Projektskizzen und -plänen auch ein kleines 3D-Modell.

Nach einem langen Tag konnte aus den 18 Arbeiten mit sehr interessanten und unterschiedlichen Lösungsansätzen der Entwurf herausgearbeitet werden, mit dem sich alle Beteiligten am besten identifizieren konnten und welcher die funktionellen Anforderungen der beiden sorbischen Institutionen am ehesten erfüllt.

Siegerentwurf
Siegerentwurf des Architektenwettbewerbs von bogevischs büro aus München. Abgebildet ist ein Gebäudekomplex.

Siegerentwurf der Münchner Architekten bogevischs buero
Visualisierung: bogevischs buero

Die Arbeit der Münchner Architekten bogevischs buero überzeugte vor allem deshalb, weil sie als eine der wenigen Arbeiten das nicht denkmalgeschützte Gebäude am Lauengraben erhalten habe, ein Anbau schließt die Lücke bis zur westlichen Grundstücksgrenze. Er fügt sich in den städtebaulichen Rahmen, zeigt sich trotzdem zeitgemäß, zitiert mit einem bogenförmigen Durchgang ein typisches Motiv der Bautzner Altstadt und bildet so nach Meinung der Jury eine würdige Adresse für das Sorbische Wissensforum. Der Entwurf funktioniert sowohl jetzt als auch, wenn das benachbarte Grundstück am Lauengraben bebaut werden sollte. Die innere Organisation überzeugte ebenso wie die Qualität der entstandenen Innenhöfe. Die klare Struktur der Grundrisse ist gut für variable Ausstellungskonzepte des Museums geeignet.

Im Video erläutert Architekt Lür Meyer-Bassin die Besonderheiten des Siegerentwurfs. Der Dresdner Architekt begleitet die Stiftung für das sorbische Volk schon seit Beginn des Bauprojekts und war zugleich Mitglied des Preisgerichts.
2. Platz
Visualisierung des eingereichten Architekturentwurfs

Den 2. Preis erhielt das Büro Bez+Kock Architekten aus Stuttgart
Visualisierung: Büro Bez+Kock Architekten

3. Platz
Visualisierung des eingereichten Architekturentwurfs

Den 3. Preis erhielten Schulz + Schulz Architekten aus Leipzig
Visualisierung: Schulz + Schulz Architekten

Anerkennungspreise

Folgende Entwürfe wurden mit einem Anerkennungspreis ausgezeichnet:

Visualisierung des eingereichten Architekturentwurfs

Holodeck architects aus Wien
Visualisierung: Holodeck architects aus Wien

VON M Gmbh aus Stuttgart
Visualisierung: VON M Gmbh

Visualisierung des eingereichten Architekturentwurfs
Visualisierung des eingereichten Architekturentwurfs

AFF Architekten aus Berlin
Visualisierung: AFF Architekten aus Berlin

Der Siegerentwurf bildet die Grundlage für alle weiteren Planungsschritte, welche bis zum ersten Quartal 2024 abgeschlossen sein sollen. Danach kann die Stiftung den endgültigen Förderantrag einreichen. Abhängig von der Bewilligung plant die Stiftung derzeitig damit, dass mit den Bauarbeiten, aufgeteilt in zwei Bauabschnitte, im zweiten Quartal 2025 begonnen werden kann. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2029 geplant. Das Bauvorhaben ist eine Landesmaßnahme des Freistaates Sachsen, welche dafür 44,5 Mio EUR aus Strukturmitteln laut InvKG erhält. Bauherr ist die Stiftung für das sorbische Volk.

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