(Pressemitteilung der Stiftung für das sorbische Volk vom 15.06.2023, leicht verändert)
Bei der Ehrung des Siegerentwurfs aus dem Architektenwettbewerb für das Bauprojekt “Sorbisches Wissensforum am Lauenareal” in Bautzen am 14.06.2023 dankte der Direktor der Stiftung für das sorbische Volk, Jan Budar, allen Wettbewerbsteilnehmern. Nach einem kurzen Überblick über den bisherigen Projektverlauf übergab er das Wort dem Dresdener Architekten Lür Meyer-Bassin. Dieser hatte das Projekt bisher begleitet und war Mitglied des Preisgerichts, welches in seiner Sitzung am 1. Juni den Siegerentwurf ausgewählt hatte.

Architekt Lür Meyer-Bassin (rechts) erklärt die Aufgabenstellung am Modell
Foto: Stiftung für das sorbische Volk
Herr Meyer-Bassin erklärte kurz das Verfahren des Architektenwettbewerbs sowie der Preisgerichtssitzung und betonte, dass alle eingereichten Entwürfe von hoher Qualität sind. Besonders in den Details ist erkennbar, dass sich die Architekten intensiv mit der Wettbewerbsaufgabe und den ausgeschriebenen Anforderungen auseinandergesetzt haben. Danach stellte er die drei erstplatzierten Entwürfe vor und erklärte er auch, welche Kriterien letztlich für die Wahl des Gewinners entscheidend waren. Die Kernaufgabe war, eine Antwort auf die Frage zu finden, was genau ein sorbisches Wissensforum ist. Dieses soll Synergieeffekte zwischen dem Sorbischen Museum und dem Sorbischen Institut erzeugen, die gemeinsam das Wissensforum beziehen werden. Eine große Herausforderung dabei war, dass die zu bebauenden Grundstücke nicht aneinander anschließen.
Siegerentwurf der Münchner Architekten bogevischs buero
Visualisierung: bogevischs buero

Im Siegerentwurf hob Meyer-Bassin den Torbogen hervor, der typisch für die Altstadtarchitektur Bautzens ist und zugleich das verbindende Element zwischen den beiden Eingängen des Wissensforums darstellt (Lauengraben und Alte Posthalterei in der Goschwitzstraße). Das umgesetzte Raumkonzept entspricht im hohen Maße den Vorstellungen und Bedürfnissen der beiden Institutionen, Innenhöfe beleben das Wissensforum und schaffen Orte für Begegnung. Der Aspekt des nachhaltigen Bauens zeigt sich besonders darin, dass das alte Gebäude am Lauengraben erhalten und erneuert wird. Der Siegerentwurf bildet eine gute Grundlage für die weiteren Planungen, bietet aber zugleich genügend Möglichkeiten für eine Weiterentwicklung.

Der Direktor der Stiftung Jan Budar gratuliert Rainer Hofmann, Geschäftsführer bogevischs buero, zum Siegerentwurf
Foto: Stiftung für das sorbische Volk
Im Namen der Stiftung, welche Bauherr des Wissensforums ist, dankte Jan Budar allen, die die Stiftung unterstützen und das Projekt überhaupt erst ermöglichen. “So ein Großprojekt kann nur umgesetzt werden, wenn wir alle gemeinsam an der Realisierung arbeiten! ” sagte er. Danach gratulierte er Rainer Hofmann, Geschäftsführer des Architekturbüros bogevischs buero aus München zum Siegerentwurf.
Rainer Hofmann, Geschäftsführer von bogevischs buero, erläutert die Besonderheiten des Siegerentwurfs
Foto: Stiftung für das sorbische Volk

Herr Hofmann bedankte sich und verwies auf die besondere Herausforderung des Wettbewerbs, denn sie hatten vor der Einreichung des Entwurfs weder Kontakt mit den Sorben noch mit den beiden Institutionen. Er freute sich umso mehr, dass das Büro mit dem Entwurf das Preisgericht überzeugen konnte. Eine intensive Zusammenarbeit hatten Architekten und die beiden Institutionen vor der Ehrung mit einem Besuch im Sorbischen Institut und im Sorbischen Museum eröffnet.
Alle eingereichten Entwürfe des Wettbewerbs waren vom 14.06.2023 bis zum 03.07.2023 im Saal des Hauses der Sorben in Bautzen und bis zum 31.08.2023 in der Sorbischen Kulturinformation (SKI) ausgestellt. Die Siegerentwürfe sowie das Model können in der Ausstellung „Sammeln. Bewahren. Begeistern. – Vom Wendischen Museum zum Sorbischen Wissensforum“ im Sorbischen Museum auf der Ortenburg besichtigt werden.