Schatzkammer voller Geschichte: Das Sorbische Kulturarchiv

Es ist ein einzigartiger Schatz – nicht mit einem Geldwert zu beziffern – den die Magazinräume des Sorbischen Kulturarchivs beherbergen: Eine Sammlung von Dokumenten und Zeugnissen der sorbischen Geschichte, des kulturellen Schaffens: Schriftverkehr und Programmblätter sorbischer Vereine, Manuskripte sowohl wissenschaftlicher Arbeiten als auch von Poesie, Korrespondenzen, handgeschriebene Liederbücher, Noten, Fotografennachlässe, Musikaufnahmen und Filmmaterial, finden sich in den Magazinregalen.

ein in alter Schrift und mit Feder geschriebenes Schriftstück

Archivalien im Sorbischen Kulturarchiv. Hier: Religiöses Traktat von der Hand Hanzo Nepilas (1766-1856), eines Erbuntertanen aus dem Kirchspiel Schleife. Neben diesen pietistisch geprägten Schriften ist ein Teil seiner Autobiografie überliefert, eines der seltenen Selbstzeugnisse schreibender Bauern, zudem in Sorbisch verfasst. Die wenigen erhaltenen Handschriften sind sowohl in verschiedenen Publikationen veröffentlicht und analysiert als auch online zugänglich.
Abbildung: Sorbisches Kulturarchiv Dateiname: Handschrift von Hanso Nepila (1766-1856)

Die Dokumente sind historische Zeugnisse des kulturellen Lebens, kein Verwaltungsschriftgut. Und sie sind auch heute immer wieder Inspiration oder Grundlage für neue wissenschaftliche Vorhaben und kulturelle Projekte.

Im Archiv- und Bibliothekslesesaal arbeiten Interessierte mit diesem historischen Schriftgut, das auf ganz unterschiedliche Weise sorbische und regionale Kultur und Geschichte transportiert.

Foto von Rollregalen in einem Archiv

Rollregale im Magazin des Sorbischen Kulturarchivs in der Bahnhofstraße in Bautzen/Budyšin
Foto: Sorbisches Institut / Serbski institut, Madlen Domašcyna (2026)

Foto von einigen älteren Büchern, teils aufgeklappt

Archivalien im Sorbischen Kulturarchiv. Hier: Dokumente der 1847 gegründeten Maćica Serbska. Die von der Gesellschaft zur Förderung von Wissenschaft und Volksbildung erstellten Unterlagen und gesammelten Handschriften sowie die Nachlässe ihrer Mitglieder stehen am Anfang der bis heute währenden Archivarbeit.
Foto: Sorbisches Kulturarchiv

Beim Sammeln gibt es keinen Schlussstrich. Die Mitarbeiter des Archivs freuen sich über jeden Neuzugang. Manchmal sind das nur wenige Blatt Papier, es kann aber auch mal ein Kleintransporter mit Kisten sein. Sie kümmern sich darum, das Material sicher in Archivkartons zu verpacken und im Magazin zu lagern. Da wird es mittlerweile eng – was als würdig beurteilt wird, soll auf Dauer aufbewahrt werden. Natürlich wird auch digitalisiert, um die Benutzung einfacher zu gestalten. Authentizität besitzt aber weiterhin nur das Original. Doch das ist nur die eine Seite der Arbeit im Archiv. Um die Dokumente der Öffentlichkeit anbieten zu können, erfordert es deren sinnfällige Ordnung und präzise Beschreibung. Erfasst werden diese Informationen in einer Datenbank. 

Stöbern Sie gern im Virtuellen Lesesaal des Sorbischen Kulturarchivs und der Sorbischen Zentralbibliothek, in dem die Bestände von Archiv und Bibliothek beschrieben sind.

Abschrift eines deutsch-sorbischen Wörterbuchs von Prokop Hančka (1782).
Foto: Sorbisches Kulturarchiv

ein augeklapptes altes Buch mit handschriftlichem Text